ArcelorMittal

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JadeWeserPort

Ein sicherer Hafen – auch für die ganz Großen

Mit dem Neubau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven bekommt Deutschland seinen größten Tiefseehafen – der zudem Container-Schiffen einen einmaligen Premium-Service bietet. Für die Stabilität der Kajenanlagen sorgen Spundwände von ArcelorMittal

Ungeachtet aktueller, temporärer Hemmnisse wächst der Welthandel beständig. Ein großer Teil der global gehandelten Waren wird dabei per Containerschiff an seinen jeweiligen Bestimmungsort gebracht. Das bedeutet: Auch der Bedarf an entsprechenden (Tiefsee-)Häfen und Umschlagskapazitäten wächst – laut Expertenmeinung könnte er sich innerhalb der nächsten zehn Jahre verdoppeln. In Deutschland gehört neben Bremerhaven, Hamburg und Lübeck vor allem Wilhelmshaven an der Jademündung zu den wichtigsten Anlandungspunkten für die großen Containerschiffe aus aller Welt. Güter für den deutschen Markt werden hier geladen und gelöscht, zudem dient der Hafen als Drehscheibe für den Skandinavien- und Osteuropahandel.

2,7 Millionen Container jährlich
In Anbetracht der prognostizierten Entwicklung schien ein Ausbau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven unumgänglich. Und so entschloss man sich zu Beginn des neuen Jahrtausends zu einem gewaltigen Bauvorhaben: der Errichtung einer komplett neuen Hafenanlage. Hierfür sollten eine neue Hafenfläche von etwa 350  Hektar sowie nördlich und südlich der Anlage noch einmal circa 60 Hektar Deichvorland aufgespült werden. Die Eckdaten beeindrucken: Die Kajenlänge würde 1,725 km betragen, die Terminaltiefe 650 Meter. Nach Fertigstellung sollten hier – tidenunabhängig – Schiffe von bis zu 16,5 Meter Tiefgang und bis 430 Meter Länge anlegen können, allein der Wendebereich würde ganze 700 Meter umfassen.

Die neue Anlage beinhaltet vier Liegeplätze und 16  Containerbrücken – genug, um den Anforderungen bis auf Weiteres zu genügen. Damit ist der JadeWeserPort in der Lage, etwa 2,7 Millionen TEU-Standardcontainer jährlich zu bewegen. Zeitgleich können vier Containerschiffe und vier so genannte Feederschiffe (für den Transitumschlag) abgefertigt werden. Dabei vertritt der neue Hafen mit einer Revierfahrt von nur 23 Seemeilen durchaus eine Politik der kurzen Wege, bevor einer der fünf neuen, über 70 Meter hohen Kräne die einlaufenden Schiffe von ihrer Ladung befreit.

43.000 Tonnen Spundbohlen verbaut

Dass bei einem solchen Bauvorhaben jede Menge Material eingesetzt werden muss, liegt auf der Hand. Im Hinblick auf Spundwände – einem im wahrsten Wortsinn tragenden Element des gesamten Ausbaus – entschieden sich die Verantwortlichen für eine Spezialkonstruktion mit den bewährten HZ/AZ-Spundbohlen sowie dem neuen HZM/AZ-System von ArcelorMittal. Insgesamt 43.000 Tonnen kalkulierte man allein für den Bau der Kaje sowie ihrer Flügelwände. Geordert wurden die Bohlen in der Stahlgüte S  430 GP und S 355 GP. En Detail gliedert sich das Spundbohlenaufkommen wie folgt: etwa 10.500 Tonnen HZ975 A, B und C in den Längen 28 bis 43 Meter, 17.170 Tonnen HZM 1080 A, B, C und D in Längen von 32 bis 44 Meter, ferner 7070 Tonnen HTM600 x 136 von 16 bis 59 Meter, 5000 Tonnen AZ13 12/12 von 15 bis 32 Meter sowie 108 Tonnen PU-Profile und 3245 Tonnen AU20.

Die 993 Tragbohlen, die beim Bau der Kaje in den Meeresboden gerammt werden, haben zu diesem Zeitpunkt schon eine lange Reise hinter sich. Per Binnenschiff kommen sie von ihrem Produktionsort in Luxemburg nach Bremerhaven, wo sie gesandstrahlt und beschichtet werden. Danach kommt jeweils eine 500-Tonnen-Einheit auf ein spezielles Ponton, das sie bis zu ihrem Ziel bringt – eine logistische Herausforderung, die sich jedoch als wirtschaftlichste aller Alternativen herausgestellt hat. An der Baustelle werden wöchentlich durchschnittlich 18 Tragbohlen pro Rammeinheit verbaut.

Der neue Wilhelmshavener Tiefseehafen, der spätestens im Jahr 2010 den Betrieb aufnehmen soll, wird nicht nur das Leistungsangebot der deutschen Seehafenwirtschaft deutlich steigern, sondern auch die Region rund um die Hafenstadt stärken. Bereits jetzt ist absehbar, dass sich viele Betriebe im landseitigen Bereich des Hafens ansiedeln werden, und auch darüber hinaus profitiert die Region von dem erhöhten Transport- und Logistikbedarf. So gesehen ist der neue JadeWeserPort ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – bei dem die Wertschöpfung schon beim Bau beginnt, denn mit den Spundwandsystemen von ArcelorMitttal haben sich die Bauherren, das Land Niedersachsen in Gemeinschaft mit den Stadtstaaten Hamburg und Bremen, eine der wirtschaftlichsten, leistungsfähigsten und langlebigsten Lösungen ausgesucht.


 

Bauherr: JadeWeserPort RealisierungsGmbH & Co. KG
Bauausführung: Arbeitsgemeinschaft JohannBunte GmbH & Co. KG, Josef Möbius Bau AG, Heinrich Hecker GmbH & Co. KG, Ludwig Voss GmbH & Co. KG
Material: 10.500 Tonnen HZ 975 A,C,D; Längen: 28,2 bis 43,4 m;
17.200 Tonnen HZM 1080 A, B, C, D; Längen: 32 bis 44,1 m;
7.100 Tonnen HTM600x136; Länge: 16 bis 59,4 m;
5.000 Tonnen AZ 13-12/12; Längen: 14,9 bis 31,6 m; 110 Tonnen PU-Profile; Längen: 5,4 bis 29,2 m;
3.200 Tonnen AU20; Längen: 13,9 bis 27,7 m

 

 

 

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