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Decoration

Sturmflutsperrwerk Luneplate

Schutz für Mensch und Natur

Der Neubau des Sperrwerks auf der Luneplate Bremerhaven ist Bestandteil des größten Kompensationsprojektes im deutschen Hafenbau.Trägerin der Baumaßnahme ist die freie Hansestadt Bremen, vertreten durch Bremenports GmbH.Das Land Bremen lässt dort eine etwa 600 ha große Naturschutzfläche, u.a. alsAusgleichsfläche für die Erweiterung des Containerterminals CT 4 in Bremerhaven, errichten.

Besonderheit bei der Kompensationsmaßnahme ist die Schaffung eines weitläufigen Tidepolders mit einem verzweigten System neu angelegter Priele. Auf der rund 220 ha großen Ökofläche sollen durch den dauerhaften Einfluss von Ebbe und Flut neue Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten geschaffen werden. Damit das Weserwasser in den von der Tide beeinflussten Bereich gelangen kann, wird im Hauptdeich ein neues Sturmflutsperrwerk errichtet.

Das neue Sperrwerk hat eine Gesamtlänge von 40,0 m und eine Breite von 35 m. Die Schützkammern sind jeweils 13,0 m breit. Das eigentliche Bauwerk ist ein flach gegründeter Doppeltrog (zwei Kammern), bestehend aus Sohle, Seitenwänden, Mittelpfeiler und Kopfbalken. Auf dem Mittelpfeiler befindet sich ein Maschinenraum für den späteren Betrieb der Verschlussorgane. Binnenseitig überquert ein Brückenbauwerk, aufgelagert auf den Seitenwänden sowie dem Mittelpfeiler, das Sperrwerk.

Da das alte bestehende Erdmannsiel im Bereich der eigentlichen Baugrube lag, musste für die Herstellung der 35,0 x 40,0 m großen Baugrube im Vorfeld ein temporärer Umlaufkanal für die Be- und Entwässerung des derzeit 31 km² großen Hinterlandes hergestelltwerden.Da die Baumaßnahme die sogenannte Hochwasserschutzlinie kreuzt, wurde dieser Kanal für die Sicherung der doppelten Deichsicherheit mit zwei Verschlussorganen (Anschlagtor sowie Hubschütz) ausgestattet.

Nach Inbetriebnahme des Umlaufkanals konnte mit denAbrissarbeiten des alten Siels sowie mit den Ramm- und Aushubarbeiten der Baugrube begonnen werden. Der sehr enge Terminplan für die Rammarbeiten der Hochwasserschutzwand konnte trotz einiger Hindernisse zur Zufriedenheit desAuftraggebers gehalten werden.

Nach Fertigstellung der Baugrube im Dezember 2008 wurde zur Gründung des Bauwerks eine mit 143 Auftriebspfählen HP 400 x 122 gesicherte Unterwasserbetonsohle eingebracht. Die Sohle mit einer Dicke von 2,0 m wurde in zwei Betonierabschnitten von jeweils ca. 1.350 m³ hergestellt.

Insgesamtwurden für die Baugrube, den Umlaufkanal sowie die Flügelwände 1.620 t Stahlspundbohlen vom Typ AZ 12, AZ 17-700, AZ 20-700, AZ 26, AZ 36-700 und AZ 38-700 mit Einzellängen von bis zu 24,0 m und 1.100 t Schrägpfähle, Typ HP 400 x 122, mit Einzellängen von bis zu 45,0 m eingebracht. Einige der Stahlspundbohlen wurden werkseitig in Teilbereichenmit einemmehrschichtigen Korrosionsschutzsystem, Typ Stelpant, Gesamtsollschichtdicke 550 µm und einem Schlossdichtungssystem auf einer Länge von insgesamt 2.500 m, Kombination ArcosealTM/Sikafloor®, versehen. Da die Spundbohlen und Pfähle aufgrund eines eng gesteckten Zeitplans abschnittsweise mit einem Ponton auf dem Wasserweg angeliefert wurden, entschied man sich dafür, sowohl die Schweißanarbeitungen als auch die Beschichtungs- und Dichtungsarbeiten „just in time“ von renommierten ortsansässigen Unternehmen in Bremerhaven ausführen zu lassen. Die Entladung der bis zu 6 t schweren Einzelelemente erfolgte bauseits über einen entsprechend dimensionierten Turmdrehkran mit einem Ausleger von 70 m. 
 

Bauherr: Bremenports GmbH & Co.KG
Bauausführung: Arge L. Freytag, TAGU, Herdejürgen & Harmsen
Material: Spundwände: AZ 12 – AZ 38-700 / HP 400 x 122
Länge: 9,0 bis 45,0 m
Stahlgüte: S 355 GP / S 235 JO+M
Gesamttonnage: 2.720 t
 

Images

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